Gegen Nazis – nicht nur 1x im Jahr…

Die Demo von Alzey ist keine Woche her, da planen Nazis schon wieder das nächste Event an den Ausläufern des südlichen Rheinhessens. Eine Party soll es diesmal sein, mit über 50 Teilnehmer_Innen, bis jetzt mit etwas mehr Rückendeckung ihrer Stadt – ein weiteres Beispiel dafür, wie selbstverständlich sich Nazis in der Region immer noch bewegen können. Die Gemeindevertreter_Innen des Landkreises Göllheim beschäftigen sich z.Z. mit folgender E-Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie mit dieser E-Mail auf ein bevorstehendes Treffen von Neonazis in Ihrer Verbandsgemeinde aufmerksam machen. Nachdem erst am letzten Samstag die rechtsradikale „Initiative Südwest“ im nicht weit entfernten Alzey einen Aufmarsch veranstaltete, um ihre fremdenfeindliche und menschenverachtende Ideologie au die Strasse zu tragen, ist für nur eine Woche später erneut ein Treffen von Neonazis geplant – diesmal jedoch in Biedesheim.

Eine einfache Recherche beim Internet-Portal „Wer kennt Wen“ zeigt die Vorbereitungen für eine Feier, zu der bis jetzt ca. 60 Neonazis zugesagt haben. Diese soll unter dem Motto „Old School Krawalltour“ am 18.09.2010 ab 19 Uhr stattfinden. Der Autor des Aufrufs zu dem Treffen, Dominik Dinger (Kindenheimer Strasse 16, in 67308 Biedesheim), verspricht weiterhin „Drink, Fuck, Fight“ („Saufen, Ficken, Kämpfen“). In der „Wer kennt Wen“– Gruppe für dieses Ereignis sind bereits Neonazis wie Heiko Frech (Aufrufender der Demonstration in Alzey und Betreiber eines rechtsradikalen Tattoo-Studios in Framersheim), Sandra Bartnek (NPD-Kandidatin für die Kreistagswahlen 2009 in Alzey-Worms), Matthias Rosenow (ebenfalls NPD-Kandidat für die letzte Kreistagswahl und in mindestens zwei Körperverletzungsdelikte seit 2009 verwickelt) und viele andere mehr. Einzusehen ist die Planung für die Feier mit einem entsprechendem Account unter: http://www.wer-kennt-wen.de/person/l07zl3nd

Stattfinden soll diese „Krawalltour“ nicht etwa bei einem Neonazi zuhause oder an einem abgelegenerem Ort, sondern im BÜRGERHAUS VON BIEDESHEIM.

Wer die Nazis aus der Gegend kennt weiss, wie ernst das Motto des Treffens gemeint ist und welches Gefahrenpotential sich damit für Biedesheim und alle Menschen, die dort leben, ergibt. Wir möchten sie deswegen auf diesem Wege als die Verantwortlichen der Gemeinde auffordern, diese Planung nicht unwidersprochen hinzunehmen, sondern entsprechend zu reagieren, beispielsweise mit einem Entzug der Nutzungserlaubnis für das Bürgerhaus an diesem Abend.

Mit freundlichen Grüßen

Autonome Antifaschist_Innen aus der Region

Solange es nötig ist, werden wir weiter in der Region aktiv bleiben. Für laufende Infos könnt ihr weiterhin die Mobi-Seite für Alzey abrufen: www.alzeynazifrei.blogsport.de

Auf persönliche Anrufe zu der Sache freuen sich sicherlich auch:

Bürgermeister der VG Göllheim
Klaus-Dieter Magsig
Freiherr-vom-Stein-Straße 3
67307 Göllheim
Tel. 06351 – 490917 (Rathaus)
Fax: 06351 – 490948 (Rathaus)
e-mail: magsig@vg-goellheim.de

Bürgermeister von Biedesheim
Holger Pradella
Hauptstrasse 41
67308 Biedesheim
Tel.06355 – 3320

Die Verbandsgemeindeverwaltung
Freiherr-vom-Stein-Straße 3
67307 Göllheim
Montag-Mittwoch 08.30-12.00
und 14.00-16.00 Uhr,
Donnerstag 08.30-12.00
und 14.00-18.00 Uhr,
Freitag 08.30-12.00 Uhr.
Kontakt:
Tel. 06351-4909-0
Fax: 06351/4909-99
E-Mail: goellheim@goellheim.de

…und natürlich auch Dominik Dinger selbst:
Kindenheimer Strasse 16
67308 Biedesheim
Tel. 06355 – 3104 ;)

Schlussbetrachtung 11.09.2010

Am letzten Samstag führte die „Initiative Südwest“ ihre angekündigte Demo gegen „Ausländerkriminalität, staatliche Repression und Polizeiwillkür“ durch. Weder aus faschistischer Sicht, noch aus der Perspektive der Gegendemonstration dürfte der Tag als allzu erfolgreich bewertet werden. Wir möchten allen danken, die zur Gegendemo gekommen sind und wollen denen, die es nicht geschafft haben, einen Überblick über den 11. September in Alzey geben.

Aus Sicht der Nazis fällt es sicher schwer, die Demo vom letzten Samstag als den Erfolg zu verkaufen, der angesichts der Mobilisierung und großspuriger Ankündigungen vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Es haben sich nur ca. 50-60 Teilnehmer_Innen auf den Weg nach Alzey gemacht (ausgelegt war die Anmeldung auf 400 Personen und selbst im Alzeyer Bünsnis „Alzey gegen Rechts“ ist mensch noch von 80-120 ausgegangen). Auffällig war, das die üblichen Alzeyer Kader wie Mirko Streuber und Matthias Kairies nicht anwesend waren. Auch einer der Aufrufenden zu der Demo, Florian Grabowski, wurden nirgendwo gesehen. Gekommen waren hingegen Nazis aus dem südwestlichen Rheinhessen, aus dem Raum Ludwigshafen und Mainz-Bingen (u.a. Christian Hehl und Mario Matthes). Der Demozug setze sich erst nach 2-stündiger Verspätung in Bewegung. Als Redner traten unter anderem Klaus Acker (Kreistagsmitglied der NPD Alzey-Worms) und Safet Babic (Trierer Stadtrat und selbst „krimineller Ausländer“). Die beiden ließen in ihren Reden eigene Inhalte vermissen und bezogen sich stattdessen praktisch ausschließlich nur auf Thilo Sarrazin, zu dem sie treffend bemerkten, das dessen rassitische und menschenverachtende Ideologie längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen war.

Zu der Gegenveranstaltung kamen nach Berichten der bürgerlichen Medien etwa 350 Menschen. Ca. 40-50 von ihnen setzten sich vom Obermarkt in Richtung Museumsplatz in Bewegung, um die Nazis bei ihrer Kundgebung zu stören, sodass jene teilweise übertönt wurde. Einige Nazis versuchten daraufhin tatsächlich, über die Absperrungen mit den Gegendemonstraten zu diskutieren. Dies sah meistens so aus, das sie die Teilnehmer_Innen fotografierten, die als „Untermenschen“ bezeichneten und fragte, „ob man sich nicht mal treffen wolle“. Die Polizei, die mit ca. 1200 Beamt_innen für den Schutz der Nazis sorgte, griff auch nach Hinweisen und Nachfragen nicht ein.

Ein erstes Medienecho findet sich hier:

http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=6882504/flytxp/index.html

Wir wollen dabei anmerken, das entgegen der obigen Berichterstattung langanhaltend Parolen wie „Frei, Sozial, National“ und „Nach unsrem Sieg, nie wieder Krieg“ durch die ganze Gegend zu hören waren.

„Aufruf zum Widerstand“

Am 11. September wollen ca. 400 Neonazis durch Alzey marschieren. Sicherlich nicht um die letzten Sonnentage dieses Sommers zu genießen, sondern um ihre rassistischen und menschenverachtenden Parolen loszuwerden.

WIR WOLLEN DAS NICHT!

Dazu James Herrmann, Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes der Partei DIE LINKE und Beauftragter gegen Rechtsextremismus. „Ich rufe alle Antifaschisten und Antifaschistinnen dazu auf in Alzey ein deutliches Signal gegen Rechts zu setzen. Wir wollen keine Nazis. Weder in Alzey, noch sonst irgendwo. Wer die Aktivitäten der Nazis duldet oder sich vor ihnen wegduckt, der macht sich mitschuldig an der Demontage unserer demokratischen Gesellschaft. Es sollte deshalb die Pflicht jeder Demokratin/ jedes Demokraten sein, in Alzey ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt und gegen Intoleranz und Einfältigkeit zu setzen“.

DIE LINKE trifft sich um 9 Uhr am Bahnhof Alzey, um dann gemeinsam zur angekündigten Veranstaltung zu gehen.

Letzte Änderungen

Nach einigem Hin- und Her hat sich der geplante Ablauf des Bündnisses nochmal geändert. Um den Nazis entgegenzukommen, wurden alle Infostände für die Stadt nurnoch für den OBERMARKT (direkt neben dem Roßmarkt) erlaubt, sodass sich der Charakter des Stadtfestes endgültig verabschiedet hat. Ein besonderes extra dabei ist, das die Route der Nazidemo vom Ordnungsamt nach der Zwischenkundgebung über die Weinrufstrasse gelegt wurde, sodass die Nazis jetzt zweimal an der Alzeyer Moschee vorbeimarschieren dürfen.

Die Planung für das Bündnis sieht nun so aus:

12 Uhr interreligiöses Friedensgebet
ab 10 Uhr Kundgebung & Kulturprogramm (mit NEVER ENDING, 2 Liedermachern und dem türkischen Integrationsverein) auf dem Obermarkt

Für uns ändert sich damit eigentlich nichts. Dem Nazipost unter mir sei die Frage gestattet, welche von beiden Seiten denn letzten Mittwoch an der Stadthalle Flugblätter verteilt hat und dann verschwunden war, als wir auftauchten?

Fan-Post

harry scholl 08. September 2010 um 20:53 Uhr

JAJA JAAAAAAAAAAAA JAJAJA JAAAAAAAAAAAAAAAAA
DIE HELDEN VON DER ANTIFA;-)
sicherlich werdet ihr auch wieder revolutionäre taten begehen wie autos zerkratzen und nazis raus brüllen^^
würde mich ja mal interessieren, ob überhaupt einer von euch flaschen am 11. in az stehen würde wenn keine bullen da wären…..glaube eher nicht.
is ja auch egal, wird sicher wieder erfolgreich für den nationalen widerstand…..mit oder ohne euch…..aber mit euch gibts wenigstens was zu lachen

beste grüsse

harry die kanalratte

Sehr gute Deutschkenntnisse, Kamerad „Kanalratte“.
Stinkt, ist Dreckig und hat keine Arbeit: Nazi :-D
Email: matze66644@gmx.de
Ip: 84.169.75.213
Als Homepage hat er eine Pornoseite angegeben. Ja Ja, diese Braunen, sie haben es nötig. :-D :-D




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